L I T E R A T U R - T I P P
 
10/11


Museum Biedermann – Back to the Roots
David Nash, Werner Pokorny, Jinmo Kang, Unen Enkh

Für die Künstler David Nash, Werner Pokorny, Jinmo Kang und Unen Enkh hat der Ausstellungstitel der Gruppenschau im Museum Biedermann „Back to the Roots“ eine doppelte Bedeutung. Denn alle vier Bildhauer arbeiten auf eine wie auch immer geartete Weise mit Holz und anderen natürlichen Materialien, wie Stein oder auch Filz und Pferdehaar, und thematisieren so zugleich die Zugehörigkeit des Menschen zur Natur. Ihre Motivation ist dabei jeweils eine andere. Wenn Unen Enkh mit Filz, Rosshaar, Kordel und Draht fragil wirkende Objekte schafft, ist dies für ihn auch immer eine Auseinandersetzung mit seiner Herkunft und der nomadischen Lebensweise der Mongolen. Werner Pokornys Auseinandersetzung mit einem Formenvokabular, das auf die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse wie Wohnen und Vorraten zurückgeht, steht hingegen eng mit dem Antagonismus von Natur und Zivilisation in Verbindung, wie er in den 1980er Jahren formuliert wurde. Während der Südkoreaner Jinmo Kang in seinen Baum- und Steinporträts aus Metall oder Spiegel der Natur seine
Referenz erweist. In David Nashs Werken indessen löst sich einerseits seine Beschäftigung mit der amerikanischen Land-Art ein und andererseits das unmittelbar sinnliche Vergnügen, in der Natur zu arbeiten. Der Brite hat Bilder in die Landschaft gesetzt, die sich dem Wachstum und Vergehen der Natur unterwerfen. Die Publikation vertieft mit Essays die Beschäftigung mit den Arbeiten und zeigt auf, dass ein Weg zurück zu den Wurzeln über die Kunst führt.


Museum Biedermann – Back to the Roots
- David Nash, Werner Pokorny, Jinmo Kang, Unen Enkh
2011. Hg: Margit Biedermann Foundation.
Texte von Christoph Bauer, Simone Jung, Werner Meyer, Bettina Schönfelder, Tobias Wall.
128 Seiten, 28 x 24 cm, deutsch, englisch, 58 Farbabbildungen, Hardcover, Fadenheftung.
28,00 EUR / 44,00 SFR
ISBN 978-3-86833-070-0

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09/10

hauser
Im Dialog – Erich Hauser zum Achtzigsten

Als sich Erich Hauser (1930–2004) in den 60er Jahren entschloss, als freier Künstler zu arbeiten, gelang ihm ein Einstieg nach Maß. Bereits 1964 stellte er an der documenta aus, zwei weitere Teilnahmen sollten folgen. 1969 erhielt er auf der Biennale von São Paulo den großen Preis.
Schon früh wurde er von Sammlern wahrgenommen, etwa von Dieter Grässlin und Siegfried Weishaupt. Der Ulmer
Sammler hielt ihm die Treue, so dass die Doppelausstellung, die die Kunsthalle Weishaupt und die Kunststiftung Erich Hauser mit dem Ulmer Museum anlässlich Hausers 80. Geburtstag veranstalten, ein Werkspektrum von den 60er bis zu den 80er Jahren zeigen kann.
Hausers geometrische Skulpturen aus Edelstahl trafen den Zeitgeist. Sie waren kühn genug, um für den Fortschrittsoptimismus
zu stehen und makellos genug, um die Idee des technoiden Zeitalters zu repräsentieren. Kein Wunder, dass Erich Hauser zu einem der bedeutendsten Bildhauer Deutschlands wurde und seine Arbeiten immer noch sehr präsent im öffentlichen Raum sind. Die Doppelausstellung in Ulm wird nun sein Werk in Dialog treten lassen mit anderen Vertretern der 60er und 70er Jahre (nur Maler).


Im Dialog – Erich Hauser zum Achtzigsten

2010. Hg.: Jürgen Knubben; Texte: Robert Kudielka, Gerhard Breinlinger, Heiderose Langer, Martin Mäntele, Harry Schlichtenmaier

216 Seiten, 120 Abb., 29 x 24,5 cm, Hardcover, Fadenheftung

28,00 EUR / 44,00 SFr

ISBN 978-3-86833-055-7

02/10


Claudia Rogge, A Retrospective

Kernthema der Arbeiten von Claudia Rogge (*1968 in Düsseldorf) ist das Verhältnis von Massengesellschaft und Individualismus, zweier sich scheinbar paradox gegenüberstehender Phänomene. Die Opposition von Masse und Individuum wird durch die Künstlerin ad absurdum geführt, indem sie selbst den Individualisten als Vertreter von Rollenkonzepten erkennt und darstellt. Internationale Aufmerksamkeit erfuhr sie bereits mit den Projekten mob il 1 und mob il 2 . Mit einem eigens für ihre Installationen gebauten gläsernen Lkw reiste sie durch Europa. Eine der im Lastwagen »beherbergten« Installationen bestand aus einem 5000-fach vervielfältigten Abguss eines Babykopfes. In ihren Fotoarbeiten entwickelt sie ihre Thematik fort und konzipiert eine einzigartige Methodik. Sie choreografiert Bilder, die wie ein »single shot« erscheinen, ihre komponierten Massen resultieren jedoch aus einer Vielzahl von individuellen Einzelbildern.


Claudia Rogge
A Retrospective
Interview mit der Künstlerin von David Galloway, Text von David Galloway, Thomas W. Kuhn, Gestaltung von Dieter Thiel
Deutsch, Englisch, Russisch
2010. 128 Seiten, 176 Abb., davon 144 farbig, 3 Klapptafeln
30,70 x 26,50 cm
gebunden
Lieferbar
ISBN 978-3-7757-2574-3

http://www.hatjecantz.de/controller.php?cmd=detail&titzif=00002574

11/09

Einblicke in die Sammlung Biedermann

Was für Sammler gilt, sollte auch für Kunstbetrachter gelten:Auf die Neugierde kommt es an. Margit Biedermann hat sich immer von der Neugierde leiten lassen und in den letzten 30 Jahren eine Sammlung zusammengetragen, die einerseits diese Anfänge reflektiert, die andererseits sehr eigene Wege gegangen ist. So finden sich unter den 900 Werken viele Vertreter der 1980er Jahre, etwa Maler der
„Neuen Wilden“ wie Helmut Middendorf und Rainer Fetting. Vertreten sind aber auch Künstler der römischen Schule wie Nunzio di Stefano und Pierro Pizzi Cannella, ein umfassender Komplex an Bildern und Skulpturen, etwa von Pierre Soulages oder David Nash, besteht zur Farbe Schwarz. In der Vergangenheit waren gelegentlich Werke aus der Sammlung in anderen Museen zu sehen. Nun zeigt
man erstmals das gesamte Spektrum im neu eröffneten MUSEUM BIEDERMANN in Donaueschingen im Rahmen der
Eröffnungsausstellung „Selection – Einblicke in die Sammlung Biedermann“ mit Werken von 26 Künstlern.
Privatmuseen stehen oftmals für eine eigene Handschrift und eine Unabhängigkeit von ästhetischen und kulturpolitischen
Vorgaben. Diese Chance wird mit dem neuen Museum ergriffen: Der Ort, verspricht die Sammlerin, wird
neue Impulse setzen. Denn die Neugierde bleibt.

Selection - Einblicke in die Sammlung Biedermann
Hg.: Margit Biedermann Foundation
Text: Simone Jung, deutsch / englisch
modo Verlag
116 Seiten, 54 Farbabbildungen, 28 x 23 cm
Hardcover, Fadenheftung
25,00 EUR / 42,00 SFR

www.museum-biedermann.de

09/09

Wien. Stadt der Museen. Von der Albertina bis zum Zoom

nicht alle Museen sind Musentempel. Aber sehenswert sind sie trotzdem allemal. Ob groß oder klein, sie sind alle mit Liebe und viel Engagement gemacht und damit von individueller Bedeutung. Und auszahlen tut sich's allemal: Über fünf Millionen Menschen besuchen Jahr für
Jahr die Museen in Wien.

Diese „wienfacette" führt durch die beliebtesten und skurrilsten Museen der Stadt und eignet sich bestens als handlicher Reiseführer durch die Lange Nacht der Museen, die heuer am 3. Oktober 2009 über die Bühne geht.

Wolfgang Lamprecht vermittelt den Leserinnen und Lesern die wesentlichen Informationen zu ausgewählten Exponaten und gibt Einblick in die Geschichte des musealen Wiens. Ein Must für kulturinteressierte Stadtbewohnerinnen und -bewohner!

Der Autor Wolfgang Lamprecht, 1964 in Linz geboren; Studium der Publizistik und Kommunikations-, Theater- und Musikwissenschaften. Chefredakteur von k2-Kulturmagazin für Centrope, Autor zahlreicher Fachbeiträge und Bücher,
Head of Corporate Communications des Bank Austria Kunstforums.

http://www.metroverlag.at

Wolfgang Lamprecht,
„Wien. Stadt der Museen. Von der Albertina bis zum Zoom",
in der Reihe: „wienfacetten", Metroverlag, 128 Seiten,
ISBN 978-3-902517-24-1

07/09

Auf dem Strich - Paul Flora im Film

Es gibt sie immer wieder – die Menschen, die ohne großes Aufsehen ihr ureigenes Glück finden, ihren Weg gehen, beharrlich und erfolgreich. Paul Flora, der Meister des Federstrichs, der Meister der Radierung – eine Suche nach dem Geheimnis, seinem Leben so nahe zu kommen, wie es Paul Flora als Künstler und Mensch lebt.

http://www.polyvideo.at

 

FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Disk: DVD 5
Bild: Farbe, PAL, 16:9
Sprache: Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
Länge: 52 Minuten plus Extras
Extras: Biografie und Fotoalbum
Buch und Regie: Eva Testor

06/09

Blick in die Vergangenheit

Wolfgang Rose, Künstler aus Blomberg und Veranstalter der Blomberger Kunstmauer, bringt in den kommenden Tagen sein erstes Buch auf den Markt. Er beschreibt seine malerische Entwicklung von 1987 bis 2007 und lässt über 20 Jahre seines künstlerischen Schaffens Revue passieren.

Die Idee zum Buch entstand aus der Tradition des Künstlers, zu jedem seiner Bilder stets einen Text hinzu zu fügen. »Um für mich festzuhalten, warum und wie ich das Bild gemalt habe«, so Rose.

Mit der entstandenen Vorlage zum Buch machte sich der Künstler dann auf den Weg zu einer Blomberger Druckerei. »Es war mir wichtig, dass ein Blomberg-Buch auch in Blomberg gedruckt wird.« Außerdem sei der Preis ausschlaggebend gewesen, da Rose das Buch nicht übermäßig teuer machen wollte.

http://www.wolfgangrose.de

05/09

Du Engel Du Teufel

Die Geschichte einer großen, einer ungleichen Liebe: Alfred Kubin, der bedeutende Zeichner und Autor des Romans Die andere Seite, und Emmy Haesele, die Frau eines Landarztes, die durch Kubin zur Künstlerin wurde. Während für den Frauenhelden Kubin Haesele nur eine von vielen Geliebten war – die leidenschaftliche Liaison dauerte kaum drei Jahre –, veränderte für sie die Begegnung ihr ganzes Leben. Obwohl sie an dieser Beziehung, an allen späteren Zurückweisungen, fast zugrundeging, hat sie ihre Liebe über alle persönlichen Katastrophen hinweg bis zum Tod bewahrt.
Brita Steinwendtner erzählt die Lebensgeschichte dieser ungewöhnlichen Frau als packendes Zeitdokument des kriegserfüllten und schicksalbildenden 20. Jahrhunderts als detailgetreue Biographie, die einen anderen Blick auf Alfred Kubin wirft, und als poetische Erzählung, die das Abenteuer einer bedingungslosen Liebe in Glück und Erniedrigung, Erfüllung und Erinnerung nachzeichnet.

http://www.haymonverlag.at

Brita Steinwendtner
Du Engel Du Teufel
Emmy Haesele und Alfred Kubin - eine Liebesgeschichte

04/09

Katalogpräsentation Linda Bilda

„Zukunft und Ende der goldenen Welt“ geht der Frage nach, ob die Ökonomie die Realität der Welt ist, oder eine Idee, die Realität produziert. In der Ausstellung versucht Linda Bilda auf geschickte und witzige Art, nämlich in Form eines Comics, einen konkreten Beitrag zur Analyse unserer Welt zu leisten.

Comics sind ein Medium, das aus Sicht der Künstlerin sehr gut die irrationalen Aspekte von politischen Vorgängen und gesellschaftlichen Zuständen erfassen und sie in verschiedenen Arten von Bild/Text-Verknüpfung aufzeichnen kann.

Unter dem Titel „Keep it real“ gibt der Salzburger Kunstverein Comics und Texte der letzten 20 Jahre von
Linda Bilda heraus. Am 2. April 2009, 19 Uhr, wird dieses Werkverzeichnis als „The Ultimative Collection“
in Form einer szenischen Lesung aus verschiedenen Comics präsentiert.

„Wir haben es zugelassen, dass Kunst als etwas vollkommen Überflüssiges betrachtet wird. Richtig jedoch
ist, dass ohne Kunstproduktion, wie vor allem Filme, Musik, Literatur und Bilder, die Gesellschaft
auseinander brechen würde und niemand mehr arbeiten, leben oder glücklich sein könnte.“ Linda Bilda

http://www.salzburger-kunstverein.at/

02/09

10 Jahre Galerie im Taxispalais

Nach zehn Jahren hat Silvia Eiblmayr Ende 2008 ihre Tätigkeit als Leiterin der Galerie im Taxispalais beendet. Derzeit ist sie mit VALIE EXPORT eine der Kommissärinnen des Österreich Pavillons auf der 53. Kunstbiennale Venedig.

Zum Programm der Galerie von 1999 bis 2008 ist folgende Publikation erschienen:
10 Jahre Galerie im Taxispalais
Dokumentation 1999-2008
Hg. Silvia Eiblmayr, Galerie im Taxispalais, Innsbruck
Skarabaeus Verlag, Innsbruck 2008
336 S., zahlr. Farbabbildungen
Unter der Leitung von Silvia Eiblmayr wurde in der Galerie im Taxispalais eine vielschichtige, internationale Programmatik verfolgt – in Ausstellungen zu künstlerisch wie gesellschaftlich relevanten Themen und Einzelausstellungen, in denen viele der KünstlerInnen erstmals umfassend gezeigt wurden. Die Publikation präsentiert eine prägnante Zusammenschau der Ausstellungen sowie der zahlreichen begleitenden Vorträge, Symposien Performances und Konzerte. In den Texten von Christiane Erharter, Nataša Ilic', Georg Schöllhammer und Romana Schuler werden die konzeptuellen Schwerpunkte der Galerie nachvollzogen und in ihren lokalen wie internationalen Bezügen thematisiert.

http://www.galerieimtaxispalais.at

01/09

Künstler(er)leben
18 Atelierbesuche


Man kennt sie, namhafte Künstler, vielfach ausgestellt in Galerien und Museen, kritisiert und besprochen in Kulturrubriken nationaler wie auch internationaler Zeitschriften.Sie haben Monika Uzman und Harald Eisenberger ihre Türen geöffnet, gestatteten ihnen Einblicke in ihre Ateliers, Werkstätten und manchmal sogar in ihre ganz privaten Wohnräume. In den Gesprächen erzählten sie, was sie inspiriert, wie sie arbeiten und wie die Kunst ihr Leben gestaltet oder ihr Leben die Kunst. Und sie ließen einen Blick hinter die Kulissen werfen, und für einen Moment an ihrer Arbeit teilhaben. In Künstler (er)leben sind diese einzigartigen Begegnungen aufgezeichnet in einfühlsamen Worten und einprägsamen Bildern und lassen so auch den Leser, die LeserIn Einblick nehmen in die faszinierende Welt der porträtierten Künstler.Eine kleine Auswahl: Alois Mosbacher in einer ehemaligen Hinterhoffabrik, ein Raum mit hohen Fenstern und Stellwänden; Gabi Trinkaus in einer lichtdurchfluteten Altbauwohnung, hoch über den Alleen der Praterstraße;Günther Brus in seinem kleinen, eigens für seine Arbeit gebauten Ateliershäuschen, umgeben von grünen Wiesen; Peter Sengl in seiner zentrumsnah gelegenen Fabriksetage der ehemaligen Wiener Werkstätten. Dokumentiert in einzigartigen Bildern und informativen Texten gibt dieses Buch Einblick in die faszinierende Welt der porträtierten KünstlerInnen, wie:
Gerald Brettschuh, Günter Brus, Wolfgang Hollegha, Sabina Hörtner, Karl Karner, Eva Mayer, Rudi Molacek, Alois Mosbacher, Josef Pillhofer, Rondo Graz, Kurt Ryslavy, Hubert Schmalix, Martin Schnur, Peter Sengl, Erwin Talker, Gabi Trinkaus, Markus Wilfling und Erwin Wurm.

Monika Uzman
Geboren 1954 in Wien, zahlreiche längere Auslandsaufenthalte (davon 15 Jahre in Istanbul, wo sie hauptsächlich Wohnungen einrichtete), Sensalin in einem privaten Auktionshaus und freie Autorin für Lifestylebücher und Architekturzeitschriften, lebt in Wien.

Harald Eisenberger
Geboren 1971 in Graz, fotografische Ausbildung in der Steiermark, Absolvent der Werbeakademie in Wien, 2-jährige fotografische Tätigkeiten in Deutschland, Australien, USA, Russland, Italien u. a. Internationale und nationale Tätigkeiten im Bereich Werbung, zahlreiche Veröffentlichungen in europäischen Lifestyle-, Wohn- und Sportmagazinen, diverse Buchprojekte u. a. "Afrika! Afrika!", "Zu Gast bei Andre Heller". Lebt in Wien und der Steiermark.

Monika Uzman - Harald Eisenberger
Künstler(er)leben
18 Atelierbesuche
184 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-7011-7640-3
€ (A) 39,90, € (D) 38,70, sFr 67,70
AMAZON: http://www.amazon.de/K%C3%BCnstl-er-leben-18-atelierbesuche/dp/370117640X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1226500436&sr=1-1

11/08

Stille Erde Lesung von Roland Linowski Ausstellung von Bernd Lehmann


Roland Linowski hat einen Roman geschrieben, der den ehemaligen sowjetischen Botschafter in der Bundesrepublik, Valentin Falin, tief beeindruckt hat. Zur Buchmesse im Oktober wird „Stille Erde“ nun auch auf russisch erscheinen. Das Thema von „Stille Erde“, das Aufeinandertreffen von Deutschen und Russen im Zweiten Weltkrieg, ist gerade für unsere Region von besonderer Bedeutung, liegen auf dem „Friedhof der Namenslosen“ doch rd. 30.000 sowjetische Kriegsgefangene begraben.
Der in Bad Fallingbosteler geborene, heute in Tewel lebende Künstler Bernd Lehmann hat atmosphärisch dichte, eindringliche Radierungen zu diesem Buch geschaffen. Sie unterstreichen den Rang, den er sich mittlerweile in der Kunstszene erarbeitet hat. Dafür zeugen auch Aufträge von Rolls Royce und Airbus.
Über das Buch: Als die Deutschen das russische Dorf Tichaja Semlja (Stille Erde) besetzen, kommen sie nicht mit Panzern und Kanonendonner, sondern mit vielen Pferden. Deutsche und Russen wissen nichts voneinander, sind verunsichert von der Kriegspropaganda und begegnen einander misstrauisch.
Schon bald erkennen sie in ihrem Gegenüber den pflügenden, den sich plagenden Bruder. Gegen die Befehle deutscher Generäle und russischer Partisanenführer lernen es deutsche Bauernsöhne, die in einer Veterinärkompanie dienen und alte Russen, als einsichtige „Feinde“ zu überleben. 18 Monate herrscht im Dorf Frieden.
Doch welcher Krieg, mit seinem Appetit auf Menschenblut und Menschenglück, kann das ungestraft dulden?
Der Autor, Jahrgang 1941, schreibt über das Leben von Russen und Deutschen. Er erzählt die Geschichte zweier russischer und zweier deutscher Familien, deren Schicksale mit dem des Dorfes Tichaja Semlja auf eine erstaunliche Weise verknüpft sind.
Fernab des Schlachtenlärms und misstrauisch gegen verordnete Geschichtsbilder sucht er nach den Wurzeln von Ereignissen, die liebenswerte Menschen in erbitterte Feinde verwandelt haben und stellt die Frage, ob Deutsche und Russen alle erforderlichen Schlussfolgerungen aus dieser Katastrophe gezogen haben. Er hat Zweifel. Jeder Krieg beginnt mit Gleichgültigkeit gegenüber Mitmenschen, beginnt in wirren oder verblendeten Köpfen. Er beginnt dort mitten im Frieden.

Film von der Veranstaltung. Bitte klicken: Bernd Lehmann Radierungen STILLE ERDE