K Ü N S T L E R - T I P P
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Künstler 12/11

nsfAnja Manfredi

Anja Manfredi 1978 geboren in Lienz / Osttirol, lebt und arbeitet in Wien seit 2006 freischaffende bildende Künstlerin 2005 Diplom an der Akademie der bildenden Künste Wien Klasse für Malerei und Grafik mit Schwerpunkt Fotografie. Sie erhielt 2010 den Theodor Körner Preis für Wissenschaft und Kunst.

Anja Manfredis Fotografien sind Untersuchungen zur Geste, zu bewegten Körpern und Körperkonzepten. Das Interesse der Künstlerin liegt im Ausloten des Verhältnisses zwischen bewussten Inszenierungen und alltäglichen, selbstverständlich ausgeführten Gesten. Ihre Arbeiten veranschaulichen, dass Körper zwar nie gänzlich frei von kulturellen Normen sind, sich jedoch gerade in den Akten der Aneignung auch Möglichkeiten des Ausbrechens eröffnen. Manfredi rückt den häufig verborgen bleibenden künstlerischen Prozess, das Recherchieren, Ordnen und Archivieren ins Zentrum ihrer Kunst. Die Fotografie ist dabei nicht einfach Mittel zum Zweck. Die Reflexion der Rolle der Fotografie als fixierendes Medium der flüchtigen Gesten und ewegungen ist für die Künstlerin von zentraler Bedeutung. In ihren Arbeiten ist die Fotografie „als geronnener Moment“ (Vilém Flusser), selbst „als Geste“ zu verstehen. (*Astrid Peterle*)

http://www.anjamanfredi.com

Künstler 10/11

nsfKate Just

Kate Just (*1974) ist Austauschstipendiatin des RMIT (Royal Melbourne Institute of Technology) und zählt mit zahlreichen Ausstellungen, Preisen und Stipendien zu den wichtigsten jungen Künstlern der Kunstszene in Australien. Bekannt geworden ist Just mit ihren gestrickten und gehäkelten Skulpturen und Installationen, von denen sich ihr Werk hin zu einer Auseinandersetzung des Weiblichen im Kontext der Natur orientiert. Schwerpunkt der künstlerischen Fragestellung ist, wie räumliche Methapern, wie z. B. Dunkelheit, Unterschlüpfe, Räume, Höhlen, etc. historisch verwendet wurden, um den weiblichen Körper zu repräsentieren und zu untersuchen. Diese unsichtbare Metaphorik materialisiert die Künstlerin in Skulpturen und Rauminterventionen.

Die in Australien lebende Künstlerin arbeitet im Kontext der Rauminstallation, die sie mit Collagen und gestrickten Objekten erweitert. Zentrale Fragestellung ist die Beziehung zwischen der weiblichen Identität und deren Spiegelung in der Natur. Hierzu zitiert sie historische Frauenbilder und recherchiert deren kulturellen Erfahrungsraum. Den feministischen Kontext ihrer Arbeiten leitet Kate Just ebenfalls aus historischen Begebenheiten ab, die in diesem Fall eng mit der Region verbunden sind.

http://katejustart.blogspot.com/

Künstler 09/11

nsfFrancesco Clemente

Clemente zog nach einer humanistischen Schulausbildung 1970 nach Rom und studierte Architektur an der dortigen Università degli Studi di Roma. Sein großes Interesse galt der Malerei des 17. Jahrhunderts. Die Malerei erlernte er als Autodidakt. 1973 reiste er zum ersten Mal nach Indien, ein Land, das er während seines Lebens noch öfter besuchen wird. 1974 begegnete er der Schauspielerin Alba Primiceri, die er später heiratete und begegnete im gleichen Jahr dem deutschen Kunstprofessor Joseph Beuys. In Madras, wohin er 1977 zog, errichtete er ein Atelier, kehrte aber 1979 wieder nach Rom zurück. Seit 1981 pendelt er zwischen Italien und New York, wo er auf Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat traf und einige Zeit mit beiden Künstlern zusammenarbeitete. Er arbeitet zur Zeit als Kunstprofessor in New York.
Clemente wird als Vertreter der italienischen Transavantgarde angesehen, bedient sich in seinen Werken allerdings auch oft traumhafter, fast surrealer Elemente. Seine Bildsprache wechselt von heftigen, expressionistischen Farbnuancen zu reduzierten Erd- und Olivtönen mit archaischer Mystik, in denen er sowohl Fabeln mit tragisch-operesken Motiven, wie auch ironische Selbstporträts und triviale Alltagsszenen darstellt. Teilweise erinnern die Werke an Paul Gauguin, dessen Einfluss unverkennbar ist. Clemente arbeitet häufiger auf großformatigen handgeschöpften Papieren als auf Leinwand. Francesco Clementes Arbeiten finden sich im Museum of Modern Art und im Guggenheim Museum in New York. Für den Film Große Erwartungen (Great Expectations) von 1998 mit Ethan Hawke und Gwyneth Paltrow entwarf er sämtliche Bildwerke des von Hawke dargestellten Malers.

http://www.francescoclemente.net/

Künstler 08/11

nsfTomma Abts

Tomma Abts studierte von 1989 bis 1995 an der Hochschule der Künste Berlin. Sie lebt und arbeitet seit 1995 in London. Im Jahr 2004 erhielt sie von der The Paul Hamlyn Foundation den Award for Visual Arts. Der Preis wird seit 1998 jährlich an fünf Künstler im Vereinigten Königreich und Irland verliehen [1]. 2006 wurde Tomma Abts mit dem bedeutendsten britischen Preis für bildende Kunst, dem Turner Prize ausgezeichnet. In der Begründung für die Preisverleihung wurden ihre Einzelausstellungen in der Kunsthalle Basel und in der Galerie greengrassi (London) genannt. Die abstrakten Acryl- und Ölbilder von Tomma Abts entstehen oft in einem lang andauernden Malprozess. Die strengen, geometrischen Kompositionen der Bilder referieren dabei nicht auf Gesehenes, sondern entwickeln sich aus der Logik der übereinander gelagerten, vielfachen Farbschichten.
Jedes ihrer Gemälde wird in diesem lange andauernden Malprozess in verschiedenen Schichten gemalt, wobei bei manchen Werken die Ausgangssituation noch zu erkennen ist, bei anderen ist sie fast ganz verschwunden. In jedem Arbeitsschritt verändert sie die Konstruktion und Komposition und fügt eine neue Schicht an Farbe hinzu. Dieser Vorgang der Entstehung und Überarbeitung erfordert Zeit, die geprägt vom sich wiederholenden Prinzip des In-Frage-Stellen und Überdenkens ist. Jedes Bild ist für eine malerische Recherche, in welcher jede Phase des Bildes und jede subjektive Entscheidung wichtig wird. Sie komponiert Bilder, die vielschichtig und räumlich wirken, und sich je nach Standpunkt in ihrer Wahrnehmung verändern. Die Titel ihrer abstrakten Öl- und Acryl-Gemälde wie z.B. „Feye“, „Ehme“, die stets eine einheitliche Größe (38 x 48 cm) ausgeführt sind, leitet sie von einem Verzeichnis deutscher Vornamen her.Mit Wirkung ab Sommersemester 2010 wurde Abts zur ordentlichen Professorin für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf berufen.

http://www.britishcouncil.org/biography_tomma_abts.pdf

Künstler 07/11

nsfMichael Höpfner

wurde 1972 in Krems/ Donau geboren, lebt und arbeitet in Wien. Sein Studium hat er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien ( Malerei und Grafik ) und an der Glasgow School of Art ( Fine Art Photography ) absolviert. Seit 1995 tätigt er mehrmonatige Reisen zu Fuß in Nordindien, Ladhak, Nepal, Tibet, China, Südkorea, Schottland, Island, Senegal, Osttürkei, Lybische Sahara und verschiedenen Teilen Europas. Michael Höpfner erkundet Wüsten und Steppenlandschaften - geographische sowie gesellschaftliche Randzonen die durch ihre Unwirtlichkeit und Verlassenheit eigene Methoden der Aneignung erfordern. Durch das "zu Fuß unterwegs sein" versucht der Künstler sich von vorgefertigten Medienrealitäten zu emanzipieren, die verlangsamte Bewegung ermöglicht eine Wahrnehmungsveränderung von Raum und Zeit und eine Distanz zur eigenen Kultur. In tagebuchähnlichen Reisebüchern und s/w Fotografien werden diese Erfahrungen und Kenntnisse belegt, wobei sich diese Informationen als trügerisch erweisen: die gezeichneten Karten und Momentaufnahmen der Leere bestimmen nicht einen Ort. Die Fotografien belegen ein Dokumentieren, ein Sammeln verschiedener Territorien, aus denen sich der „persönliche Kontinent“ des Künstlers zusammensetzt. Er erhielt mehrere Preise wie 2007 den Preis des Landes Südtirol und 2005 den Kulturförderpreis des Landes NÖ.

Künstler 06/11

nsfChristoph Meier

Christoph Meier, geb. 1980 in Wien, studierte Architektur an der Technischen Universität Wien und absolvierte später sein Kunststudium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Heimo Zobernig und an der Glasgow School of Art. Kennzeichnend für die von Christoph Meier inszenierten Situationen ist einerseits sein geometrisch-abstraktes Formenvokabular und andererseits das Erscheinen der verwendeten Objekte als Repräsentanten einer Handlung. Im Fokus stehen die performativen und narrativen Potenziale der Medien und Präsentationsformate selbst. Für Christoph Meier sind Ausstellungen nur ein Moment, eine punktuelle Präsentation für die Öffentlichkeit, ein Diskussionszeitpunkt – etwas, das sich zuspitzt und wieder abfällt. In Hinblick auf seine aktuelle Ausstellung in der Galerie hat er bereits im November 2010 in den Räumen der Secession gearbeitet. Die damalige Anordnung wird von ihm zu einer neuen Ausstellungssituation weiterentwickelt, die er zeitlich parallel in einer Broschüre sowie im Katalog variiert.


http://www.christophmeier.net/

Künstler 05/11

nsfChristoph Meier

Christoph Meier, geb. 1980 in Wien, studierte Architektur an der Technischen Universität Wien und absolvierte später sein Kunststudium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Heimo Zobernig und an der Glasgow School of Art. Kennzeichnend für die von Christoph Meier inszenierten Situationen ist einerseits sein geometrisch-abstraktes Formenvokabular und andererseits das Erscheinen der verwendeten Objekte als Repräsentanten einer Handlung. Im Fokus stehen die performativen und narrativen Potenziale der Medien und Präsentationsformate selbst. Für Christoph Meier sind Ausstellungen nur ein Moment, eine punktuelle Präsentation für die Öffentlichkeit, ein Diskussionszeitpunkt – etwas, das sich zuspitzt und wieder abfällt. In Hinblick auf seine aktuelle Ausstellung in der Galerie hat er bereits im November 2010 in den Räumen der Secession gearbeitet. Die damalige Anordnung wird von ihm zu einer neuen Ausstellungssituation weiterentwickelt, die er zeitlich parallel in einer Broschüre sowie im Katalog variiert.


http://www.christophmeier.net/

Künstler 04/11

nsfJulia Steiner

Julia Steiner ist 1982 in Büren zum Hof geboren, sie lebt und arbeitet in Bern. Charakteristisch für ihre Arbeiten sind einerseits die enorme visuelle Kraft und andererseits der systematische Einsatz von Gouache auf grossformatigem Papier. Die Künstlerin malt schwarz auf weissen Grund. Die fragmentarisch aufgebauten Werke nehmen den Raum durch eine fesselnde Dynamik ein und bewegen sich zwischen abstrakter und figurativer Malerei. Wenn die Werke Aussenräume zeigen, Naturszenen mit Personen oder Tieren, sind diese nie naturgetreu dargestellt, ihnen ist vielmehr ein symbolistischer oder gar surrealistischer Charakter eigen. Nach einem Aufenthalt in China im Jahre 2009 konzentriert sich die Künstlerin auf die Elemente der Natur und tendiert zu einer abstrakten Malerei. Alles scheint immer in Bewegung zu sein. Man wird von der malerischen Geste fortgerissen, der Blick verliert sich in den langen Fresken, die man auch auf der akustischen Ebene wahrzunehmen glaubt. Für ihre erste Museumseinzelausstellung im CentrePasquArt in Biel (Salle Poma & Parkett 2) hat die Künstlerin neue Arbeiten geschaffen.


http://juliasteiner.ch

Künstler 03/11

nsfClaudia Desgrandes

Man stelle sich vor, ein Film würde im Zeitraffer zu schnell abgespult - Farbstreifen, ineinander zerfließende, auseinanderdriftende Formen, nur bestimmt durch ihren Farbwert, würden wahrgenommen werden können. Das gleiche Erlebnis hätte man bei ungeheuer schneller Fahrt, wenn beim Blick aus dem Ausschnitt des Fensters Städte, Menschen, Landschaften am Fenster vorbeirauschten, einen unendlichen Streifen von ineinander verschmolzenen Eindrücken bildend, wesentlich bestimmt durch Farben. Formen und Inhalte sind bei beiden Beispielen durch die ungeheuer schnelle Bewegung aufgelöst in Farbstreifen - Farbeindrücke, welche bestimmt sind durch die Schnelligkeit, eben die Zeit in der Bewegung. Gegenständliches verliert sich in der zeitlich schnellen Bewegung, in der es nur einen verschwindend kurzen Moment markiert. Erst die Momentaufnahme im Kunstwerk transformiert den Eindruck wieder in die Ewigkeit.


http://www.claudia-desgranges.de/

Künstler 02/11

nsfReto Boller

Die grundsätzliche Infragestellung der traditionellen Malerei und die Auflösung der überlieferten Gattungsgrenzen sind unabdingbare Voraussetzungen für das Schaffen von Reto Boller. Hineingewachsen in die von der Pioniergeneration der sechziger Jahre bereitgestellten materiellen wie konzeptuellen Möglichkeiten bildender Kunst geht ihm
der missionarische Impetus der längst zu Ende gegangenen Moderne ab. Die Auflösung traditioneller Kategorien ist in seinem Schaffen kein Ziel an sich mehr. Genausowenig mag der Künstler seine Malerei in engen Gattungsgrenzen betreiben, um das Medium Malerei gewissermassen fundamentalistisch neu zu bestimmen. Und dennoch ist eine präzise Vorstellung des Bildes entscheidender Ausgangspunkt für das vertiefte Ausloten des künstlerischen Potentials von Malerei. Boller lebt und arbeitet in der Schweiz. [K.Bitterli]


http://www.retoboller.com

Künstler 01/11

nsfMichal Heiman

Für Michal Heiman ist Kunst ein Rechercheprozess. Nachforschungen über psychologische Experimente führten sie zu dem sogenannten Szondi-Test. In diesem in den 1940er Jahren erstmals veröffentlichten diagnostischen Test des ungarischen Psychiaters Leopold Szondi wurden Probanden gebeten, auf Fotografien von psychiatrischen Patienten zu reagieren - diejenigen auszuwählen, die sie mochten, und diejenigen, die ihnen nicht gefielen. Szondi glaubte, dass ihre Reaktionen als Schlüssel zu ihrer Psyche dienen können. Heiman verwandte Szondis Strukturen, um ihren eigenen, während der Ausstellung durchzuführenden, Test zu erstellen. Im Heiman Test - Experimental Diagnostics of Affinities werden statt Patientenporträts Fotografien verwendet, die Heimans eigenem Archiv und ihrem (erweiterten) Familienalbum entnommen sind. Heiman lebt und arbeitet in Israel.


http://www.michalheiman.com/

Künstler 12/10

nsfFranzobel

Neben seiner literarischen Tätigkeit (er publiziert im Eigenverlag, in Kleinverlagen und innerhalb von Mail-Art-Projekten) arbeitete Franzobel als Maler (Concept Art bis 1992). Er hat zahlreiche Theaterstücke, Prosatexte und Lyrik veröffentlicht, die in der Spannung zwischen Strukturen und Experiment stehen. So arbeitete er beispielsweise mit automatisierter Übersetzung, unter anderem im Periodikum Rampe. Seine großen Romane sind dagegen eine Mischung aus phantastischem Realismus, Sprachspiel und Wiener Volksstück. Franzobels Welt ist skurril, voller Humor und Anspielungen auf die Zeitgeschichte.

Sein Werk ist beeinflusst von den Dadaisten, der Wiener Gruppe und Heimito von Doderer. Selbst hat er sich einmal als literarischer Aktionist bezeichnet, der vor allem das Konzept des Individualanarchismus verfolgt. Er schreibt auch für Kinder, z.B. das Bilderbuch Schmetterling Fetterling (2004) und das Theaterstück Moni und der Monsteraffe (2006). Letzteres wird seit Oktober 2006 im Kabarett Niedermair gespielt. Von 1994 bis 1998 betreute er den Kleinverlag Edition ch.


http://www.franzobel.at

Künstler 11/10

nsfDominique Doujenis

Was meinen theatralischen Kopf ein Leben lang beschäftigt, ist das Verhältnis zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit, zwischen Vorfindung und Erfindung. Neigte ich früher dazu, der Natur der Dinge und Menschen den Vorzug über die Ausdenkung zu geben, so fühle ich mich zunehmend der Willkür des Phantasierens verpflichtet. Wenn eine Geschichte ihren Anker in der Wirklichkeit hat, erlaube ich mir mehr und mehr den freien Flug der Ausdenkung.

Ich sah in Dominique Doujenis Bildern ein sehr gelungenes Verhältnis zwischen Vorfindung und Erfindung. Die Vorfindung, die Natur, kam mir in einer Gestalt entgegen, die ich besonders gern habe: als Wasser, als Licht, als Sonne, als Sand. Ich habe mehr als ein Jahr in Griechenland gelebt und bin, ein dem Süden Verfallener. Dominique Doujenis hat ihre biografischen Wurzeln in Griechenland, sie hat diese archaischen Elemente der Natur buchstäblich vorgefunden, aber was hat sie aus ihnen gemacht? Sie hat sie, immer von der Wirklichkeit vor ihren Augen und unter ihren Füßen ausgehend, in Strömungen, in ein scheinbar leichtes Spiel verwandelt; sie hat die Elemente durcheinandergewirbelt, ihre Schwerkraft aufgehoben, sie hat der Natur eine neue, eine andere Erscheinung gegeben.

Wenn man das Wesen der Natur verläßt, mit ihm zu spielen beginnt, geschieht etwas unbestimmbares, irritierendes. Gibt sich der Frauenkörper auf den Bildern lustvoll und selbstvergessen den Bewegungen, den Strömungen des Wassers hin, oder ist sie ein Ausdruck der Zerrissenheit, von Qual?

Wer sich mehr und mehr von der Vorfindung in die Erfindung wagt, gerät in aufregende Möglichkeiten: was uns trägt, zerbricht. Was uns bindet, zerreißt. Was uns schweben läßt, kann uns in die Tiefe ziehen.

Es ist ein interessantes Paradoxon der Kunst, daß eine Malerin wie Dominique Doujenis, die es sehr weit mit ihren Phantasien, mit der Verwandlung treibt, dann doch wieder in unser aller Wirklichkeit landet. Das setzt Mut und Können voraus und zieht meinen großen künstlerischen Respekt nach sich. (Peter Turrini)

http://doujenis.com

Künstler 10/10

nsfClemens Hollerer

Einen Raum befragen und auf ihn reagieren... Für seine Ausstellungen wird ein gegebener Raum inspiziert und das Kunstwerk vor Ort vom Künstler selbst produziert. Hollerers Bezüge für die Verwirklichung einer Idee im Raum entstehen immer erst bei der Raumbegehung, er akzeptiert keine lange Vorplanung. Die Idee kommt unmittelbar. Dann wird grob ausgemessen und Material bestellt. Er produziert nach dem Baukastenprinzip - auch wenn es oft nicht einfach ist, die Materialien vor Ort zu organisieren. Er arbeitet allein. Die Herstellung ist ihm ein wichtiger Prozess, das Schneiden und Einpassen, das Denken in und mit dem Raum. Holz ist dabei dankbares Material und „nahe zum Menschen".

Der Zeitdruck ist wichtig. Zwei bis drei Tage dauert der Aufbau des Künstlers. Diese Taktik ist Konzept. Nur selten wird davon abgewichen und nur in Sonderfällen vorgeplant und vorgearbeitet und gar aufgrund von Fotos entschieden. Auch wenn die KuratorInnen im Vorfeld oft gerne mehr wüssten. Die site-specific Vorgehensweise erfordert außerdem am Ende die Zerstörung des Kunstwerks im Zuge des Abbaus einer Ausstellung. In einem anderen Zusammenhang wären die Arbeiten nicht denkbar, sie würden ihren Kontext, ihre Eingespanntheit in die Architektur aufgeben. Was bleibt ist die Fotodokumentation. Und als ausgebildetem Fotografen liegt ihm auch das.

Über Einflüsse und Bezugspunkte. Die Titel seiner Installationen spannen oft Bezüge zu den Orten, an denen die Fotos entstehen, also dorthin, wo die Idee ihren Ursprung hat. Oder Hollerer bedient sich ganz einfach an Songtiteln, bei der New Yorker Band Blonde Redhead zum Beispiel. Fragt man nach künstlerischen Einflüssen, nach Vorbildern, so spricht Hollerer über den Beuys-Schüler Blinky Palermo, dessen künstlerisches Vermächtnis er recherchiert. Indem er sich mit Menschen trifft, die Blinky gekannt haben, indem er sich auf Palermos berühmtes blaues Dreieck beruft - eine Farbe, die er für sich übernimmt und weiterführt. Ideelle Parallelen sind auch Gordon Matta-Clarks Cuttings oder der minimalistische Fred Sandback, der allein mit Schnüren einen Raum entwirft - ein Arbeiten aus dem Koffer, oder eben, wie bei Clemens Hollerer mit dem Werkzeugkasten. So muss man, um international präsent zu sein, nicht erst komplizierte Transporte bemühen. (kulturservice steiermark)

http://hollerer.artfolder.net

Künstler 09/10

nsfNiki de Saint Phalle

Niki de Saint Phalle wurde in Frankreich geboren, wuchs aber hauptsächlich in den USA auf und wurde infolge ihrer Heirat mit Jean Tinguely im Jahr 1971 in der Schweiz eingebürgert. Sie war ebenso wie Tinguely eng mit der Familie des ebenfalls in der Schweiz lebenden Kunstmäzens und Sammlers Theodor Ahrenberg befreundet. Von 1936 bis 1945 besuchte Niki de Saint Phalle die Klosterschule Sacré-Cœur in New York und kehrte 1951 nach Paris zurück. 1953 entstanden ihre ersten Gemälde. Zunächst arbeitete sie als Aktionskünstlerin und machte ab 1956 mit ihren Schießbildern auf sich aufmerksam, dies waren Gipsreliefs mit eingearbeiteten Farbbeuteln, auf die sie während der Vernissage schoss.

Ab 1964 entstanden die ersten „Nanas“ − Frauenfiguren mit betont üppigen und runden Formen - anfangs noch aus Draht und Textilien gefertigt. Schon bald wechselte sie jedoch ihre Technik und arbeitete vorwiegend mit Polyester, einem Material, das unter anderem bevorzugt im Bootsbau verwendet wird. 1965 entstand für die Peter Stuyvesant Zigarettenfabrik in Zevenaar die 2 Meter hohe Lili ou Tony.

Sie starb am 21. Mai 2002 im Alter von 71 Jahren im Süden des US-Bundesstaates Kalifornien in San Diego, das für sein mildes pazifisches Klima bekannt ist. Die Ärzte hatten ihr den Aufenthalt dort aus gesundheitlichen Gründen empfohlen, da sie nach jahrzehntelanger Arbeit mit den giftigen Dämpfen, die bei der Verarbeitung des Kunststoffes entstehen, schwere Gesundheitsschäden der Atemwege davongetragen hatte.

http://www.nikidesaintphalle.com/

Künstler 07/10

Karl Emilio Pircher

Karl Emilio Pircher, Südtiroler, zunächst Maschinenbaumeister & Lehrer an der Maschinenbau-Schule Brixen.
Ab 1992 Hochschule für Angewandte Kunst Wien Studium des Product Designs bei Prof. Ron Arad. Assistent von Emilio Vedova. Ab 1995 eigene Projekte - zum Beispiel die Installation des Eingangsportals für das Museum für Moderne Kunst, Bologna. 1998 entwarf er ein Raumkonzept für die Secession anlässlich der Ausstellung “Junge Szene” und präsentierte eine Solo Ausstellung in der E+Y Gallery in Tokio. Zu dieser Zeit entstand auch der erste Walking Chair, ein hybrides Wesen an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design. Nach seinem Diplom arbeitete KEP zunächst für die Lomographische Gesellschaft Wien und entwickelte dort den Lomoclip
und die Kameras Colorflash und Supersampler. Diese Lomo-Produkte wurden als Weltneuheiten patentiert und
mit zahlreichen Design-Awards ausgezeichnet. KEP sieht sich in erster Linie als Erfinder, nach dem Motto: „Gutes
Design ist Innovation“. Mit Lomo-Projekten begann auch die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Grafikund
Schrift-Designer Fidel Peugeot. Die beiden empfanden einander sofort als unverzichtbare Ergänzung. 2003
gründeten sie Walking-Chair Design Studio GmbH im Herzen Wiens.

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Emilio_Pircher

Künstler 06/10

Pierre Bismuth

Pierre Bismuth, 1963 in Paris geboren, lebt und arbeitet in Brüssel.
2005 erhielt er den Oscar in der Kategorie „Best Original Screenplay” für den Film „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“. In seiner Arbeit setzt er sich – oft humorvoll – mit den Phänomenen und Produkten der Massenkultur auseinander. Er hinterfragt festgelegte Codes in der Wahrnehmung der Realität und fordert in der Konfrontation mit kulturellen Objekten und deren scheinbar evidenter Bedeutung beim Betrachter eine kritische Haltung ein. Ausgehend von der Kunstgeschichte und den kulturellen Referenzen – in der Mode bis hin zum Film – arbeitet Bismuth in diversen Medien: von Collage und Zeichnung bis Installation, Video und Drehbuch.

http://en.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bismuth

Künstler 05/10

Pawel Althamer

Er wurde 1967 in Warschau geboren. Von 1988 bis 1993 studierte er bei Grzegorz Kowalski an der Hochschule für Bildende Künste in Warschau.
Das Bonnefantenmuseum in Maastricht ehrte den Künstler 2004 mit dem „Vincent van Gogh Bi-annual Award for Contemporary Art in Europe”. Neben öffentlichen Projekten wie Brodno (2000) in Warschau, Weronika (2001) in Amden und Unsichtbar (2002) in Berlin weist der Künstler seit 1993 zahlreiche Einzelausstellungen auf. Hierzu gehören Präsentationen in der Kunsthalle Basel (1997) und im Museum of Contemporary Art in Chicago (2001). Zu seinen jüngsten Projekten und Einzellausstellungen zählen Au Centre Pompidou im Centre Pompidou (2006) sowie Black Market bei Neugerriemenschneider (2007) in Berlin, One of Many, Fondazione Nicola Trussardi, Mailand, Pawel Althamer und Andere in der Wiener Secession (2009) und Frühling in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel (2009). Er war Teilnehmer an einer Vielzahl international renommierter Gruppenausstellungen wie der documenta X (1997) in Kassel, der Manifesta 3 (2000) in Ljubljana, der 50. Biennale in Venedig (2003) und der 4. Berlin Biennale (2006) sowie der Skulptur Projekte Münster (2007).

http://de.wikipedia.org/wiki/Pawel_Althamer

Künstler 04/10

Adolf Frohner

Adolf Frohner (* 12. März 1934 in Großinzersdorf, Niederösterreich; † 24. Jänner 2007 in Wien) war ein österreichischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Sein Grab befindet sich auf dem Grinzinger Friedhof in Wien.

Adolf Frohner besuchte das Stiftsgymnasium in Zwettl und das Piaristengymnasium in Krems. 1952 übersiedelte Frohner, der das Malen anfangs autodidaktisch erlernt hatte, nach Wien und wurde Gasthörer bei Herbert Boeckl an der Akademie der bildenden Künste. Ab 1955 war Frohner als Werbegrafiker für den Verband der Elektroindustrie tätig, ab 1959 als Kunstkritiker. Mit Hilfe Boeckls erhielt er 1961 ein Stipendium, das ihm einen Studienaufenthalt in Paris ermöglichte, wo er die Nouveaux Realistes kennen lernte und den Entschluss fasste, in Zukunft als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1962 stellte er seine Werke in der Galerie Junge Generation in Wien aus

Zunächst war er ein Vertreter der Objekt- und Aktionskunst und war mit der dreitägigen Einmauerung zusammen mit Hermann Nitsch und Otto Muehl sowie der Herausgabe des Manifests Blutorgel im Jahr 1962 an der Schöpfung des Wiener Aktionismus beteiligt. Der Trennung von der Wiener Aktionisten folgte ein weiterer Aufenthalt in Paris und dort die Mitarbeit im Atelier Daniel Spoerris. Einer breiteren, auch internationalen Öffentlichkeit wurde er als Vertreter Österreichs bei der Biennale de São Paulo 1969 bekannt. 1970 nahm er an der Biennale di Venezia teil.

Später wandte er sich in Malerei und Grafik dem Tafelbild zu. Ein immer wiederkehrendes Motiv in Frohners Bildern ist Gewalt, oft dargestellt durch gefesselte Frauen, denen Gewalt angetan wird.

1972 wurde Frohner mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Im selben Jahr begann er seine Tätigkeit als Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Von 1985 bis 2005 leitete er eine Meisterklasse für Malerei. 1987 wurde er zum Dekan gewählt, war von 1989 bis 1991 Prorektor und von 1999 bis 2005 Vorstand des Instituts für bildende Kunst.

Am 19. Jänner 2007, wenige Tage vor seinem Tod, erfolgte der Spatenstich zum Frohner-Forum in Krems-Stein. Im Rahmen eines Kultur- und Kommunikationszentrums soll eine Ausstellungshalle für Werke Frohners sowie weiterer zeitgenössischer Künstler geschaffen werden. Auf Wunsch Frohners sollte die Bezeichnung Museum vermieden werden, da ein Museum nur Verstorbenen gewidmet werden sollte. Die Realität holte ihn dabei ein.

Aktuelle Ausstellung Kleine Galerie Wien: Die Unruhe oder der doppelte Boden

http://www.forum-frohner.at/

 

 

Künstler 03/10

Virgilius Moldovan

Durch ihre Nacktheit entzaubert Moldovan, der vor 20 Jahren vor dem Ceaucescu-Regime nach Österreich flüchtete, Idole und Künstlergenies, thematisiert damit die Angst vor der eigenen Sexualität, die Abscheu vor dem eigenen Körper.

Alle Techniken des Bildhauers, positive und negative Formen, Abgüsse in Wachs, Bronze, Aluminium und Beton werden genützt, um begrifflich kaum fassbare poetische Visionen zu vergegenwärtigen. dabei verwendet der Künstler sehr bewusst die von ihm für seine Arbeit entwickelten Stilmittel, die die herkömmliche Tradition der Plastik aufbrechen und einen neuen künstlerischen Kontext errichten.

Der über drei Meter große, aus Silikon gefertigte nackte Picasso des rumänischen Künstlers Virgilius Moldovan war ein Highlight der Biennale Austria 2006. Die Figurationen von Virgilius Moldovan, raffiniert gestaltete Fragmente aus dem kollektiven Gedächtnis der Posen und Masken, scheinen elementare Empfindungen oder Handlungen aus Parabeln und mythischen Legenden zu vergegenwärtigen.

Moldovans Baby ist das größte, 240 x 80 x 60 cm groß und 40 kg schwer. Es sollte auf der
Art Beijing 2008 (11.-16. 9.) der Aufreger, der Ey-catcher und die Attraktion der mel
contemporary – Präsentation zusammen mit unseren MalerInnen werden. Es wurde im
Katalog abgedruckt und in einer der bedeutendsten Kunstzeitungen Chinas mit einem 4-
seitigen Artikel und mehreren Skulpturabbildungen unseres Bildhauers Virgilius Moldovan
beworben.

http://www.mel-art.com/alte_factory/v_galerie/moldovan_virgilius/index.htm

Künstler 02/10

Karl-Heinz Ströhle

Mit Federstahlbändern hat Karl-Heinz Ströhle ein Material gefunden, mit dem er seine Zeichnungen und Gemälde auch in Bewegung versetzen kann. Ein Teil von Ströhles multimedialen Erkundungen von Linie, Raum und Architektur ist in der Galerie Strickner auf Bildern fixiert. Der andere wächst darauf aufbauend spielerisch-performativ in den Realraum hinein.
Karl-Heinz Ströhle dürfte die richtige Balance zwischen Stand- und Spielbein schon eingeübt haben. Seit mehreren Jahren beschäftigt sich der Künstler nun mit "seinen" raumbildenden Formen, die er entweder auf der Fläche oder aber auch im Dreidimensionalen erprobt. Während er früher auch Gummibänder in minimalistische Formen gezwängt hat, haben ihm für seine Ausstellung bei Klaus Strickner vor allem Federstahlbänder als Formgeber gedient.
Aus diesen heraus entwickelte der Künstler seine großformatigen Linienbilder, Fotografien und Videos, in denen er seine fragilen Skulpturen auch in die Gänge bringt: Eigentlich genügt schon ein Stupser, um etwa den Luster, der in der Galerie ausgestellt ist, ein wenig aus der Fassung zu bringen.
Ähnlich spielerisch sind auch die Videos, in denen er seinen Objekten mit an den richtigen Stellen gezogenen Fäden fast menschliche Regungen abgewinnt. Emotionales trifft hier auf einen minimalistischen Formalismus, und auch die Grenze zwischen Konzept und Spiel oder dem Figurativen und dem Abstrakten verschwimmt.
Selbst seine Linienbilder, die man zunächst noch als abstrakte Variationen betrachtet, gehen auf den aktionistischen Einsatz von Federstahlbändern zurück: Der Künstler zwingt die Federstahlbänder in einen Rahmen, spannt feuchte Leinwand darüber und folgt dann mit der Farbwalze den sich abzeichnenden Konturen. Auf diese Weise wird das Gemälde im Grunde zum reproduzierbaren Druck. Im multimedialen Federstahlband-Universum des Künstlers wird diesem jedoch dieselbe Aufmerksamkeit zuteil wie einer Fotografie. Für diese hat sich ein vasenförmiges Objekt in eine bezaubernde Pose geworfen hat. (cb / derstandard)

http://www.khstroehle.com

Künstler 01/10

Olaf Holzapfel

Olaf Holzapfel wurde 1969 in Görlitz geboren, lebt und arbeitet in Dresden und Berlin. Er studierte von 1996–2001 an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden, 2001/2002 am NID in Ahmedabad/Indien, 2002 an der Columbia University New York, hatte 2006–2008 eine Gastprofessur an der Kunstakademie Karlsruhe inne und lehrt seit 2008 als Gastprofessor an der Hochschule der Bildenden Künste Hamburg.

In seinem künstlerischen Schaffen untersucht Holzapfel den urbanen Raum – einen Raum, der sich der Wahrnehmbarkeit entziehen – nach Zeichen, die unsere Wahrnehmung organisieren, als Spuren einer zeitlich begrenzten, subjektiven Realität. Als künstlerische Medien dienen ihm Plastik, Malerei, Digitaldruck, Fotografie und Installation gleichermaßen. Hierbei setzt er einem von Linearität und Zentralisierung geprägten Verständnis von Wahrheit und Wirklichkeit Diskontinuität und Simultanität entgegen

Ausstellungen (Auswahl): 2009 Max Wigram Gallery, London; Palais de Glas, Buenos Aires; 2008 Galerie Hussenot, Paris; Anton Kern Gallery, New York; Kunstmuseen Krefeld, Museum Haus Lange; 2007 Johnen + Schöttle Galerie, Köln; Galerie Sabine Knust, München; Galerie Gebr. Lehmann, Dresden; 2006 Galerist, Istanbul; 2005 Martin Gropius Bau, Berlin; Johnen Galerie, Berlin.

http://de.wikipedia.org/wiki/Olaf_Holzapfel